Marvel: Ein geschichtlicher Überblick

Ob „Wolverine“, „Spider-Man“ oder „Iron Man“ – viele der von uns in der Kindheit geliebten Comichelden stammen aus der Feder des Marvel-Comicverlags. Doch wie entstand Marvel eigentlich und wo steht der Comicverlag heute? Hier eine kurze Übersicht über die Geschichte von „Marvel“.

Martin Goodman – der Verlagschef der 1934 gegründeten „Timely Publication“ – gilt als Vater des berühmtesten Comicverlags der Welt. 1939 entdeckte er die wirtschaftlichen Chancen des Comics und veröffentlichter im Oktober desselben Jahres mit tatkräftiger Unterstützung des Kreativ-Unternehmens Funnies Inc. erfolgreich das erste Marvel-Comic-Heft.

 

„Captain America“ ist das Zugpferd

Mit der Einstellung des 17-jährigen Stanley Martin Lieber – besser bekannt als Stan Lee (Chefredakteur von 1941-1942 sowie 1945- 1972) – und dessen ersten Textbeitrags 1941 zu dem Nazis bekämpfenden Comic-Helden „Captain America“ beginnt die Erfolgsgeschichte des damals noch unter „Timely Comics“ geführten Unternehmens.

Captain America ComicMit Joel Simon und Jack Kirby – beide verließen den Verlag aufgrund von Differenzen kurze Zeit später – beginnt Goodman 1940 sein eigenes festes Kreativ-Personal einzustellen und eigene Charaktere und Comics zu entwickeln. „Captain America“ als erfolgreichste Timely-Serie der damaligen Zeit sowie „Human Torch“ und „Sub-Mariner“ sind dabei die berühmtesten Comichelden einer Vielzahl von Stars.

Doch mit dem Ende des 2.Weltkriegs wird es still um die Superhelden, die gegen Nazis und andere Feinde kämpfen. Deswegen werden „Captain America“, „Human Torch“ und „Sub-Mariner“ auch Ende der 1940er / Anfang der 1950er Jahre eingestellt.

 

 

Fantastische Zeiten brechen an

Mit der Umwandlung des Namens von „Timely Comics“ in „Atlas Comics“ beginnt Martin Goodman & Co sich dem Trend des Fernsehens anzupassen und Genres mit seinen Comics zu bedienen, die nicht nur beliebt sind, sondern auch wirtschaftlichen Erfolg versprechen.

Fanstastic Four ComicDoch mit der McCarty-Ära und einem Buch des Psychiaters Fredric Wertham sowie der damit verbundenen Verteufelung des Comics wird es eng um die bebilderten Superhelden. Comics führten zur Kinderprostitution, Pädophilie und Homosexualität – das sind nur einige Vorwürfe um die Gewalt-und Horror-Inhalte. Auch eine von den Comicschöpfern auferlegte Selbstzensur mit dem Namen Comic Code kann den Abwärtstrend nicht stoppen. Erst mit der Rückkehr Jack Kirbys 1958 und der Erschaffung des Comics „Fantastic Four“ geht es mit Timely / Atlas / Marvel wieder aufwärts.

Es beginnt die Zeit vom „Hulk“, „Spider-Man“ und den „Fantastic Four“, – ab Anfang der 1960er Jahre werden die Marvel-Superhelden zu menschlichen Wesen, die ein Privatleben haben, sich mit den Alltagsproblemen auseinandersetzen müssen und nicht immer mit ihren Superkräften erfolgreich sind.

Ebenfalls identitätsstiftend ist aber auch Marvels Einbeziehung der Leser. Fans sollen Hintergrundinformationen erhalten und sich als Insider sehen. Marvel gelingt damit zwar der erfolgreiche Börsengang, doch die Neu-Konzipierung von den Helden schreckt auch viele alteingesessene Fans ab. Marvel muss 1997 Konkurs anmelden.

 

Die Film-Ära beginnt

Mit der Übernahme des Unternehmens durch Avi Arads Unternehmen „Toy-Biz“ in den 1990er Jahren geht ein Trend zur Film-Vermarktung der Marvel-Helden einher. Durch Beteiligungen an der Film-Vermarktung von „X-Men“ und „Spider-Man“ kann Marvel wieder schwarze Zahlen schreiben.

Spider-Man FilmMarvel feiert jetzt nicht nur mit neuen Reihen wie den „Ultimate Comics“ Erfolge, sondern setzt verstärkt auf Crossover-Stories, um den Verkauf aller anderen Stories mit anzukurbeln. Im Herbst 2009 übernimmt schließlich Disney die Kult-Comic-Schmiede für umgerechnet 2,8 Milliarden Dollar. Ein Glücksdeal in Sachen Comicfilm-Vermarktung und Infrastruktur.

Spätestens seit dem Verkauf der Rechte an Disney und dem Start des Marvel Cinematic Universe ist Marvel in aller Munde. Begonnen hat das Ganze 2008 in Phase 1 mit dem Kinofilm „Iron Man“. Mittlerweile befinden wir uns schon in Phase drei und es wurde über ein Dutzend Filme rund um die Avengers gedreht – ein Ende ist nicht in Sicht. Dann gab es noch eine Handvoll „Spider-Man“-Filme und nicht zu vergessen das X-Men Cinematic Universe mit bald 10 Filmen.

Aktuell steht Marvel also besser da als je zuvor: Dutzende von Kinofilmen liefen bereits erfolgreich im Kino und diverse sind gerade im Dreh und geplant. Spätestens mit „Marvel’s The Avengers“ hat sich die Comicschmiede ein Denkmal in der Kinowelt gesetzt: Platz 5 auf der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten weltweit!

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